Memo +en Audio Free Catherine Liu Der Kapitalismus liebt die Traumakultur Der größte Coup des Überwachungskapitalismus: uns davon zu überzeugen, dass unsere Wunden uns ausmachen, dass Verletzlichkeit Stärke ist und dass wir auf ewig die Traumata der anderen achten müssen, während die Mächtigen unberührt bleiben. Ein Memo über Traumakultur vor unserem Volksbühnen-Event. Memo en Audio Sarah Stein Lubrano Don’t Talk About Politics “I am, of course, not arguing that we should think like Steve Bannon. I am, however, struck by how precisely Bannon has identified what makes people commit to political ideas and take action, how well his movement has weaponized this insight”—a memo in light of our Volksbühne event on October 27. Essay +en Audio Itamar Mann Wohnungspolitik und die neue jüdische Frage Zwei Debatten über Die Linke werden auf fatale Weise vermischt: die über ihre angebliche Judenfeindlichkeit und die über ihre Pläne zur Vergesellschaftung von Wohnraum. Wenn das politische Zentrum so weitermacht, könnte es eine irrsinnige Kategorie etablieren: den vermieterbezogenen Antisemitismus. Review +en Enis Maci Ausgelassene Bilder: Albaniens gerenderte Zukunft Sechzig internationale Architekturbüros versammelt The Albanian Files zu einem Bild Albaniens im ewigen «Übergang». Doch das Buch ist weniger Dokument als Instrument jener Politik, die es zu beschreiben vorgibt: historische Amnesie, Steuertricks und der Reiz des Unerschlossenen nehmen Gestalt an. Essay Audio Stefan Wellgraf Extrem und autoritär Die AfD steigt weiter, und die politische und intellektuelle Klasse steht ihr hilflos gegenüber. Das könnte auch daran liegen, dass sie völkisch-nationalistischen Einstellungen – im Osten, aber auch anderswo – mit Theorien aus der alten BRD begegnet, die schon in den 1990ern die Realität verfehlten. Review en Lianna Mark Rachel Cusk’s Kopfkino In her pursuit of a “low-character fiction,” Rachel Cusk turns to the austere. Her latest work, Life of M, chips away at the load-bearing columns of fiction in a game of writerly Jenga played against herself—one she does not quite win. Memo +en Audio Georg Diez Die Müll-Frage Berlin ist vermüllt – und alle Parteien wollen das ändern. Die Mittel, die dafür vorgeschlagen werden, reichen von autoritär bis gemeinschaftsbildend. Zwischen Ideologie und Pragmatismus hat «Müll» sich zu einem Politikfeld entwickelt, in dem eine zeitgemäße Demokratie eingeübt werden könnte. Memo en Esra Sarıoğlu The Volksbad and the Shifting Politics of Swimming Pools Berlin’s public pools have become battlegrounds over race, security, and national decline. The moral panic surrounding the Volksbad project asks what remains of the pool as a public good, and what kinds of social life can still take shape there. Review en Audio Ben Miller Different From the Others Two recent books examine the life of Magnus Hirschfeld—a sexologist and trans advocate in Weimar Germany—to better understand today’s anti-trans backlash. Yet both “misread the moment and in some cases the historical record, and remain stuck in more comforting and less useful narratives.” Essay Audio Jonas von Lenthe Gefährliche Texte Im Zusammenspiel politischer Bewegungen und publizistischer Praxis erschienen in den letzten Jahrzehnten Texte, die in ihrer Mobilisierungskraft die herrschende Ordnung gefährdeten. Was machte diese «gefährlichen Texte» aus, und welche Rolle spielen sie heute? Memo en Vladimir Konchayev How Russia Broke Its Internet Once among the world’s most open, Russia’s internet is now a maze of proxies, spyware, mandatory apps, and sandboxed networks. Writing under a pseudonym, a Russian journalist reports on what remains of the free web under Putin’s wartime regime. Review Audio Wolfgang Hottner Vom Himmel durch den Welfare-State zur Hölle Der Wohlfahrtsstaat krepiert, die Scandinavian Star ist längst gesunken, der dänische Fortsetzungsroman läuft weiter. Asta Olivia Nordenhof schreibt über Kapitalismus als Tragödie ohne Schluss. Wie aussteigen aus einer Maschinerie, die sich selbst unendlich reproduziert? Review en Thom Sliwowski Paweł Pawlikowski’s Twentieth Century Disguised as a literary biopic, Fatherland follows Thomas Mann through a divided Germany in 1949 to accept two parallel literary prizes. But beyond dramatizing an oft-invoked moment in history, the film offers a reflection on the condition of the aging intellectual and the force of the past.