Audio 2
Seit vielen Jahren wohnt Yevgenia Belorusets sowohl in Kyjiw als auch in Berlin. Einmal mehr stieg sie im Spätsommer 2023 in Berlin in den Zug, um sich «mit eigenen Augen» ein Bild vom ukrainischen Leben unter Beschuss und Besatzung zu machen. Ihr Kriegstagebuch, das um seine eigene Sinnhaftigkeit ringt, erzählt von unscharfen Botschaften und unbewältigtem Leid, von magischem Denken und radikaler Seelsorge, von Fatalismus und Alltagsgeschick. Aus lakonischen Gesprächsnotizen und flüchtigen Porträts entsteht ein nicht leicht verdauliches Bild der ukrainischen Gesellschaft im zweiten Kriegsjahr. Während die Kluft immer größer wird zwischen denen, die den Krieg täglich erleben, und denen, die ihn dokumentieren, gerät auch die Darstellung in immer tiefere Krisen. Kann man, darf man, soll man vom Krieg erzählen?
Yevgenia Belorusets ist Autorin, Fotografin, Künstlerin und Kuratorin. Mit Texten und Bildern erzählt sie kompromisslos präzise vom Leben in der Ukraine unter den Bedingungen des russischen Angriffskriegs.
Vollständige Lesung des Essays aus Berlin Review Nr. 1 durch die Autorin.
Länge: 36:15 Minuten.
Inhalt
- 01:52 Soll man vom Krieg erzählen?
- 08:31 Kyjiw, eine Insel
- 15:27 Büchermarkt und Frontgeflüster
- 21:34 Bohdan, ein Künstler
- 27:52 Bohdan, ein Mönch
- 32:27 Das Gespenst in der Kamera
Die Textversion von «Kein Ende des Krieges» wird in der ersten Ausgabe der Berlin Review vom 1.2.2024 veröffentlicht. Abonnieren Sie uns unter blnreview.de/abo.
Die Reihe «Berlin Review Audio» wird gefördert von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa.
Veröffentlicht am 16 Jan 2024