A new counter-canon turns away from the fascist monuments that became architectural classics to look at forgotten antifascist projects. From Red Vienna to Gaza, Antifascist Architecture traces buildings shaped by solidarity, resistance, and collective life rather than power and spectacle.
Sich wahllos China-Content reinzuziehen, den man gar nicht versteht, ist das Meme dieses Internet-Jahres. Unser Autor will sein «Chinamaxxing» aber nicht als typische Anbiederung eines westlichen Intellektuellen an den kommenden Hegemon verstanden wissen. Er ist zum echten Daoisten geworden.
Maos Kulturrevolution und Dengs Reformkurs, «historische Mission» und Beatles-Manie, Tiananmen und die langen Schatten der Produktion: Wang Xiaobos derb-philosophische Prosa ist ein Dachsbau chinesischer Zustände – und Kult trotz Zensur. Nun gibt es sein Goldenes Zeitalter endlich auf Deutsch.
In China ist Wang Xiaobos «Goldenes Zeitalter» seit 30 Jahren Indie-Kult; auch in der Kurzform exzelliert er mit bübischem Frevel. Von einem besonderen Schwein, das der Produktionskette entkam und zum Arbeitsstreik pfiff, als «schlechtes Element» denunziert wurde – und auch das überlebte.
Ist Taiwan, ein Staat mit heißlaufenden Chipfabriken, kaum Einwanderung, niedrigen Steuern und der Todesstrafe auf schwere Vergehen, ein Traumland für Libertäre? Notizen von einer seit Jahrhunderten antikolonialen Insel am Vorabend der Invasion, die vielleicht niemals kommen wird.
Die asiatischen Mächte, heißt es oft, strebten nach ökonomischer Hegemonie, nicht nach geistiger Vorherrschaft. Neue Bücher zeigen: Im Hintergrund formiert sich längst ein neues asiatisches Bewusstsein, das zwischen Revision und Revisionismus seiner Geschichte universalistische Ausgänge sucht.
In den 70ern schrieb er Heldengeschichten fürs chinesische Militär. Dann wurden die Chimären der Kindheit und Ängste der Kameraden zum Stoff seiner sprachgewaltigen Literatur. In volksnahen, wüsten Bildern beschwört Yan Liankes neuester Roman eine Genealogie der Gewalt in China von Mao bis Xi.